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Autor: Sven Montanus Datum: 20.07.2026 Lesezeit: 6 min |
Wenn ein B2B-Unternehmen in KI-Systemen wie ChatGPT oder den Google AI Overviews auftaucht, speist sich diese Sichtbarkeit aus vielen Quellen zugleich. Ein großer Teil davon sind Drittquellen: Fachartikel, Verzeichnisse, Vergleichsseiten, Foren und Nachschlagewerke, auf denen unabhängig über ein Unternehmen berichtet wird. Wir haben über 30 B2B-Marken im DACH-Raum drei Monate lang gemessen, über sechs KI-Systeme und rund 160.000 Antworten, um zu sehen, woraus dieses Bild entsteht.
KI-Systeme bauen das Bild eines B2B-Unternehmens aus vielen verschiedenen Drittquellen: aus Fachmedien, Verzeichnissen, Vergleichsseiten, Communities und Nachschlagewerken. Die eigene Webseite gehört dazu, ist aber nur ein Teil davon. Welche Drittquellen im Einzelfall zählen, unterscheidet sich von Marke zu Marke.
Daraus ergibt sich eine klare Aufgabe. Wer in KI-Systemen sichtbar sein will, muss wissen, welche Drittquellen im eigenen Markt das Bild der Kategorie prägen und wo die eigene Marke bereits vorkommt. Das ist Teil der Arbeit an Generative Engine Optimization. Die folgenden Zahlen stammen aus unserer eigenen Messung. Sie sind ein Praxis-Snapshot, keine repräsentative Studie.
Acht Länder, acht unterschiedliche Marketing-Prozesse – vor dieser Situation steht Manpower. Die Folge: Uneinigkeit darüber, welche Leads Priorität haben, sowie erschwertes Benchmarking und Austausch über Best Practices.
Um internationale Vergleichbarkeit zu schaffen und Lernprozesse im Unternehmen anzuregen, will das nordeuropäische Marketing-Team um Projektleiterin Tina Hingston ein länderübergreifend konsistentes Lead Scoring und Reporting einführen. Dafür holt sie sich Unterstützung des Strategiepartners andweekly.
Von der herausfordernden und zeitaufwendigen Rekrutierung geeigneter Fachkräfte sind Unternehmen in vielen Branchen und Regionen betroffen. Das Ziel von Manpower ist es, dem Personalmangel weltweit mit innovativen Lösungen zu begegnen. Die ManpowerGroup mit Hauptsitz in den USA und Niederlassungen in rund 80 Ländern zählt zu den weltweit führenden Unternehmen in der Personalbranche.
Kerngeschäft ist die Vermittlung von Fachkräften aus zahlreichen Branchen an Unternehmen, die sich nicht mit zeitaufwendigen Rekrutierungsprozessen beschäftigen wollen. Darüber hinaus hilft Manpower, kurzfristige Personalengpässe zu überbrücken und Produktionsspitzen mit geeigneten Human Resources auf Zeit abzufedern. Zum Unternehmen gehören zahlreiche Tochterunternehmen – darunter auch der IT-Dienstleister Experis, den wir bereits bei seiner Marketing-Strategie unterstützt haben.

Die ManpowerGroup unterhält in jedem Land ein eigenes Marketing-Team, das individuelle Ansätze im Online-Marketing verfolgt. Zwar wurde HubSpot als All-in-one-Plattform für Marketing in den meisten Landesgesellschaften etabliert, doch das HubSpot-Knowhow und der hinterlegte Lead-Management-Prozess sind sehr unterschiedlich.
Das Problem bei Manpower: Die uneinheitlichen Marketing-Prozesse der Landesgesellschaften führen zu inkonsistenter Lead-Qualifizierung: Ein Lead, der in einer Landesgesellschaft als Sales Ready eingestuft wird, kann in einer anderen als Marketing Qualified Lead (MQL) eingestuft werden.
Daraus ergeben sich für Manpower folgende Herausforderungen:
Mangelnde Vergleichbarkeit. Unterschiedliche Definitionen und Prozesse machen es schwierig, die Leistung und Effektivität von Marketing-Aktivitäten zwischen verschiedenen Landesgesellschaften zu vergleichen. Ohne einheitliche Standards können sie Best Practices nicht identifizieren und erfolgreiche Strategien kaum replizieren.
Schwierigkeiten bei Zusammenarbeit und Kommunikation. Inkonsistente Definitionen führen immer wieder zu Missverständnissen und Fehlkommunikation zwischen Marketing- und Vertriebsteams, insbesondere wenn diese länderübergreifend zusammenarbeiten.
Verpasste Verkaufschancen. Unterschiedliche und nicht immer optimale Definitionen von MQLs und SQLs bewirken, dass Mitarbeitende bestimmte Leads unter- oder überschätzen. Falsche Prioritäten in der Lead-Bearbeitung kosten wiederum wertvolle Ressourcen.
Standardisierung der Marketing-Automatisierungsprozesse für eine nahtlose Customer Journey in den verschiedenen Manpower-Landesgesellschaften
Entwicklung homogener Dashboards auf globaler Ebene zur einheitlichen Erfassung, Analyse und Vergleich der Performances von Marketing-Kampagnen
Optimierung der CRM-Strategie durch Implementierung von Best Practices für Lead-Erfassung, -Qualifizierung, -Scoring und Reporting mithilfe des HubSpot Marketing Hub
Erzielung von Effizienzgewinnen durch Reduzierung von Inkonsistenzen zwischen den Landesgesellschaften
Erhöhung der Transparenz zwischen den Landesgesellschaften hinsichtlich Lead-Generierung, Lead-Qualität und Marketing-Performance zur Verbesserung der Entscheidungsfindung und Performance
In vielen GEO-Diskussionen entsteht der Eindruck, KI-Sichtbarkeit im B2B laufe vor allem über LinkedIn, YouTube und Reddit. Unsere Messung zeigt etwas anderes. Social-Plattformen machen im Schnitt nur etwa 16 % der Drittquellen aus, aus denen KI-Systeme ihre Antworten ziehen.1 Davon entfallen rund 10 % auf YouTube, knapp 4 % auf LinkedIn und gerade einmal 2 % auf Reddit. Die übrigen 84 % liegen woanders: auf Fach- und Unternehmensseiten, in Verzeichnissen, in redaktionellen Medien und in Nachschlagewerken.
Dazu kommt die Breite. Über alle Marken hinweg liefern mehr als 1.100 verschiedene Webseiten die Inhalte, aus denen KI-Antworten generiert werden.1 Ein gemeinsamer, überschaubarer Kanon steckt nicht dahinter.
Am deutlichsten zeigt sich das an der Verteilung: Rund 84 % dieser Webseiten tauchen jeweils nur bei einer einzigen Marke auf.1 Welche Drittquellen für eine Marke zählen, lässt sich also nicht aus einer allgemeinen Liste ableiten. Man muss es für die eigene Marke bestimmen. Genau hier setzt die GEO-Arbeit an, also an der Optimierung der Sichtbarkeit für generative KI-Systeme.
Über 30 B2B-Marken aus dem DACH-Raum (Industrie, IT-Services, Software, FinTech, Professional Services, Logistik, Healthcare, Public Sector), ausgewertet über drei Monate auf Basis von rund 160.000 KI-Antworten. Gemessen über ChatGPT, Google AI Overviews, Google AI Mode, Gemini, Microsoft Copilot und Perplexity, je nach Marke in unterschiedlicher Kombination.
Die Drittquellen verteilen sich nicht beliebig. Sortiert man sie nach Art der Quelle, ergibt sich ein Muster, das sich über die Marken hinweg wiederholt.
| Drittquellen nach Art der Quelle |
Anteil |
| Unternehmens- und Ratgeberseiten (Dritte) |
55,7 % |
| Nutzergenerierte Inhalte (Social Media, Foren, Communities) | 19,2 % |
| Institutionen und Verbände | 8,2 % |
| Nachschlagewerke |
7,9 % |
| Redaktionelle Medien | 5,3 % |
| Sonstige | 3,8 % |
Den größten Anteil haben Unternehmens- und Ratgeberseiten mit rund 56 %. Gemeint sind hier Seiten Dritter, also nicht die eigene Marken-Webseite, sondern etwa Blogs, Ratgeber, Branchenportale und Anbieterseiten aus dem Umfeld. Dass solche Seiten häufig herangezogen werden, ist wenig überraschend: Sie bieten oft die inhaltlich passendste Antwort. Interessanter ist, wie breit sich der Rest verteilt.
Unter dieser Verteilung liegt eine zweite Beobachtung. Manche Quellen tauchen bei vielen Marken zugleich auf, quer über Branchen. Dazu gehören große Nachschlagewerke wie Wikipedia sowie einzelne übergreifende Fachportale und die Seiten großer Anbieter. Sie bilden die Basisschicht.
Daneben steht der markenspezifische Teil aus dem vorigen Abschnitt: Quellen, die nur bei einer Marke vorkommen. Beide gehören zusammen. Die gemeinsame Basisschicht ist das Fundament, auf dem jede Marke einer Kategorie vertreten sein sollte. Der markenspezifische Teil ist der, über den sich die Sichtbarkeit einzelner Marken unterscheidet.
Noch aufschlussreicher als die Art der Quelle ist die Art der Seite, die KI-Systeme heranziehen.
| Seitentyp | Anteil |
| Redaktionelle Beiträge (Blogartikel, Ratgeber) |
28,0 % |
| Verzeichnisse, Profile und Kategorieseiten | 23,5 % |
| Produkt- und Leistungsseiten Dritter |
19,4 % |
| Vergleiche und Listen |
16,4 % |
| Startseiten (eigene und fremde) |
4,8 % |
Redaktionelle Beiträge, Verzeichnisse und Profile, Produkt- und Leistungsseiten sowie Vergleiche tragen den größten Teil. Startseiten, eigene wie fremde, kommen zusammen auf knapp 5 %.3
Für die eigene Webseite ist das eine nützliche Präzisierung. Nicht die Startseite ist in erster Linie die Seite, über die Sichtbarkeit in KI-Systemen entsteht, sondern die einzelnen, thematisch tiefergehenden Inhaltsseiten. Bei fünf der gemessenen Marken taucht die Startseite in den KI-Antworten gar nicht auf, bei keiner ist sie die wichtigste Seite.3 Die Arbeit an der eigenen Webseite zahlt also vor allem dann ein, wenn sie in die Tiefe einzelner Themen geht.
Der am häufigsten herangezogene Seitentyp ist zudem je Marke verschieden: mal redaktionelle Beiträge Dritter, mal deren Produktseiten, mal Profile oder Vergleiche.3 Das bestätigt noch einmal, dass sich das Bild aus einer breiten Mischung speist. Wer nur die eigene Webseite optimiert, deckt damit einen kleinen Teil dessen ab, woraus KI-Systeme ihre Antworten bauen.
Eine Quelle kann häufig auftauchen und trotzdem selten als Beleg herangezogen werden. Präsenz und Belegkraft sind zwei verschiedene Dinge.
Ein Beispiel aus der Messung: Beiträge aus Communities wie Reddit werden je Fundstelle deutlich häufiger als Beleg genannt als Beiträge aus Business-Netzwerken wie LinkedIn.4 Reddit erreicht damit ein Niveau, das sonst eher etablierte Nachschlagewerke und Fachportale haben. LinkedIn ist zwar präsent, wird aber seltener als eigentliche Quelle genutzt.
Für die Praxis heißt das: Es reicht nicht, möglichst oft aufzutauchen. Wichtig ist, in Quellen vorzukommen, die von KI-Systemen auch als Beleg genutzt werden. Welche das sind, hängt wiederum von der Kategorie und vom KI-System ab.
Wie unterschiedlich die Quellen sind, zeigt sich besonders bei den Social-Anteilen. Je nach Marke reicht der Anteil von unter 4 % bis über 30 %, im Mittel liegt er bei rund 17 %.5 Social ist nur bei etwa der Hälfte der Marken die stärkste Quelle. Was bei der einen Marke einen großen Teil des Bildes trägt, spielt bei der nächsten kaum eine Rolle.
Auch die KI-Systeme unterscheiden sich: Google AI Overviews stützen sich stärker auf Video und Social-Profile. ChatGPT zieht häufiger Foren und Bewertungsplattformen heran und nutzt sie auch öfter als Beleg. Microsoft Copilot greift eher auf professionelle Netzwerke und Bewertungsseiten zurück.5 Dieselbe Marke hat also je nach System ein etwas anderes Quellenbild.
Diese Unterschiede sind Richtungen, keine genauen Prozentwerte; eine belastbare Quote je System lässt unsere Messung nicht zu. Die Schlussfolgerung bleibt aber dieselbe: Wer wissen will, woraus KI-Systeme das Bild der eigenen Marke bauen, muss die eigenen Quellen messen, nicht die einer anderen Marke übernehmen.
Wenn jede Marke ihr eigenes Quellenbild hat, hilft kein universelles Vorgehen. Der erste Schritt ist deshalb immer eine Bestandsaufnahme. Unsere Messung liefert dafür einen konkreten Ansatzpunkt: die Quellen-Lücke, also Drittquellen, in denen eine Marke fehlt, obwohl sie dort vorkommen sollte.
Bei gut zwei Dritteln der gemessenen Marken ist diese Lückenliste gut gefüllt. Nur eine einzige Marke hat praktisch keine Lücke.6 Fehlende Präsenz in relevanten Drittquellen ist also der Normalfall.
Wo diese Lücken liegen, ähnelt sich über die Marken hinweg. Neutral erreichbar, also ohne Wettbewerberseiten, verteilen sie sich vor allem auf Unternehmens- und Ratgeberseiten Dritter, dazu auf Institutionen, Communities, Fachmedien und Nachschlagewerke.6 Wiederkehrend fehlen Marken zum Beispiel in großen Nachschlagewerken, in einschlägigen Communities und auf Video-Plattformen.
Bevor daraus Maßnahmen werden, steht die Verortung. Drei Fragen helfen, das eigene Quellenbild zu lesen.
Diese Analyse ist bei andweekly im Rahmen von Generative Engine Optimization Teil unseres Frameworks The Signal System™. Aus ihr lassen sich Strategien für die Sichtbarkeit in den relevanten Drittquellen ableiten. Wie sich die Präsenz in unabhängigen Quellen systematisch aufbauen lässt, beschreiben wir ausführlich im Beitrag über Earned Visibility.
Die Zahlen stammen aus einer eigenen Auswertung und bilden einen Zeitraum von rund drei Monaten im Frühjahr und Sommer 2026 ab. Grundlage sind die am häufigsten herangezogenen Domains und URLs je Marke, gemessen über ein festes Set an Fragen, wie sie in der jeweiligen Kategorie typisch sind. Welche KI-Systeme je Marke abgedeckt sind, variiert.
Drei Einschränkungen gehören dazu. Der Startseiten-Anteil ist über die am häufigsten herangezogenen Seiten gemessen, nicht über jede einzelne URL. Die Unterschiede zwischen den KI-Systemen sind Muster, keine exakten Anteile. Und die Auswertung ist kein repräsentatives Studien-Sample, sondern ein Ausschnitt aus der Praxis.
Gemessen haben wir mit Peec AI, dem von uns dafür eingesetzten Werkzeug für die Präsenz und Nennung von Marken in KI-Systemen. Wie sich diese Sichtbarkeit in Kennzahlen fassen und dauerhaft messen lässt, ist ein eigenes Thema, das wir gesondert behandeln: wie sich KI-Sichtbarkeit messen lässt.
Aus vielen verschiedenen Drittquellen: aus Fachmedien, Verzeichnissen, Vergleichsseiten, Communities und Nachschlagewerken, dazu aus der eigenen Webseite. Unternehmens- und Ratgeberseiten Dritter haben dabei den größten Anteil.
Nein. Eine Quelle kann häufig auftauchen und trotzdem selten als Beleg genutzt werden. Präsenz und Belegkraft unterscheiden sich, je nach Art der Quelle, deutlich.
Dadurch, dass Drittquellen ein Unternehmen erwähnen und das KI-System sie als Beleg nutzt. Welche Quellen das sind, hängt von der Kategorie und vom KI-System ab. Eine allgemeingültige Liste gibt es nicht.
Ja. Google AI Overviews stützen sich stärker auf Video und Profile, ChatGPT häufiger auf Foren und Bewertungsplattformen. Exakte Anteile je System lassen sich aus der Messung aber nicht ableiten.
Die eigene Webseite ist wichtig, vor allem in Form inhaltlich tiefer Themenseiten. Ein großer Teil der Sichtbarkeit entsteht aber über Drittquellen. Beides zusammen ergibt das Bild, das KI-Systeme von einer Marke zeichnen.
KI-Systeme zeichnen das Bild einer B2B-Marke aus vielen Quellen zugleich. Die eigene Webseite gehört dazu, ein großer Teil entsteht aber über Drittquellen: über Fachmedien, Verzeichnisse, Communities und Nachschlagewerke. Und welche davon zählen, ist von Marke zu Marke verschieden.
Deshalb beginnt Sichtbarkeit in KI-Systemen mit einer Analyse des eigenen Quellenbildes, nicht mit einer einzelnen Maßnahme. Bei andweekly ist das Teil unserer Arbeit an Generative Engine Optimization und unseres Frameworks The Signal System™. Wer die Ergebnisse dieser Messung und weitere Insights zur Sichtbarkeit im digitalen Raum verfolgen möchte, sollte unseren Perspektiven-Newsletter abonnieren.
andweekly-Auswertung (Primärdaten) über 30 B2B-Marken aus dem DACH-Raum, Zeitraum 16.04. bis 16.07.2026, rund 160.000 KI-Antworten, gemessen über sechs KI-Systeme (ChatGPT, Google AI Overviews, Google AI Mode, Gemini, Microsoft Copilot, Perplexity). Werkzeug: Peec AI. Stand: Juli 2026.
1 andweekly-Auswertung: Anteil der Social-Plattformen, Zahl der Drittquellen-Websites, Verteilung über die Marken
2 andweekly-Auswertung: Verteilung nach Art der Quelle und übergreifend genutzte Quellen
3 andweekly-Auswertung: Verteilung nach Seitentyp und Startseiten-Anteil
4 andweekly-Auswertung: Häufigkeit der Nennung als Beleg je Quelle
5 andweekly-Auswertung: Social-Anteile je Marke und Muster je KI-System